Angela, 65, Rentnerin

Im November 2021 hatte ich einen Termin bei meiner Neurologin. Ich wollte bei ihr eigentlich nur mein Rezept abholen. Seit über 25 Jahren leide ich unter dem Restless-Legs-Syndrom, das sind unruhige Beine. Ohne Tabletten ist das nicht auszuhalten.

Eines Tages komme ich wieder in die Praxis … Die Schwester begrüßte mich mit den Worten, ich müsse gleich zur Ärztin rein, da ich das letzte Mal nicht vorstellig war. Die erste Frage der Schwester war, ob ich getestet oder geimpft sei? Als ich beides verneinte wollte die Schwester mich über die Impfung belehren, stapfte wütend zur Ärztin, kam wieder heraus und blaffte mich an, dass ich kein Rezept bekäme. Daraufhin nahm ich, nun selbst natürlich auch wütend, meine Karte und verließ kurzerhand die Praxis.

Meine Hausärztin hat mir dann, Gott sei Dank, die notwendigen Rezepte ausgestellt – so lange, bis ich einen neuen Neurologen gefunden hatte. Bei diesem hatte ich dann erst ganze fünf Monate später den ersten Termin. Soviel zum Interesse an unserer Gesundheit – bei den Fachärzten herrschen viel zu lange Wartezeiten.  Zwischenzeitlich hatte ich versucht, von den Tabletten loszukommen bzw. die Dosis zu reduzieren. Das war eine sehr schwere Zeit für mich, die mich viel Kraft kostete. Ich habe das Vertrauen in die Ärzte und in das gesamte „Gesundheitswesen“ verloren. In diesen Staat hatte ich es noch nie.

Außerdem bin ich Diabetikerin. Im Februar 2022 hatte ich zwei Termine für ein EKG, eines ohne, eins mit Belastungstest. Die beiden Termine habe ich schriftlich ersatzlos abgesagt, mit der Begründung, dass ich nicht einsehe, mich dafür testen oder gar impfen zu lassen. Als Reaktion bekam ich – wie zu erwarten war – keine Antwort.

“Gerechtfertigte” Ausgrenzung

Als Nächstes kündigte ich mein Abo bei den örtlichen Verkehrsbetrieben, da man ja auch die öffentlichen Verkehrsmittel als Ungeimpfte nicht mehr nutzen durfte. Eine Ausgrenzung, die von den meisten plötzlich als selbstverständlich hingenommen wurde, und die schmerzhaft und erniedrigend war für all jene, die sie tatsächlich betraf. Ich denke, diese Zeit hat uns auf jeden Fall gezeigt, dass man immer auf seine innere Stimme hören soll. Und zwar ganz egal, was andere sagen! Denn es ist ja mein Körper – und heute zeigt sich ja, wie viele Menschen Schäden erlitten haben – und wie viele bereuen, dass sie sich so „einlullen“ ließen.