Petra, 41, Lehrerin

Zunächst möchte ich sagen, dass ich meinen Beruf liebe und mir nichts Schöneres vorstellen kann, als mit Kindern und Jugendlichen zu arbeiten und ihnen auf dem Weg zum Erwachsenwerden zu helfen, so gut ich kann. Ich arbeite seit 2010 im Schuldienst, zunächst in Berlin, seit Februar 2020 in Brandenburg. Aus einem Bauchgefühl heraus habe ich Anfang des Jahres 2020 das Bundesland und die Schule gewechselt und bin heute sehr dankbar für diesen Entschluss. In Berlin hätte ich ob der härteren Maßnahmen sofort den Dienst quittieren müssen, da ich das Vorgehen dort nicht hätte mittragen können, aber dazu später mehr.

Ich war kaum einen Monat an meiner neuen Schule, als der Corona-Wahnsinn begann und wir relativ schnell in den Lockdown gingen. Es war für alle Beteiligten hart, vor allem natürlich für unsere Schüler, die besonders auf feste Strukturen angewiesen sind und damals sehr in der Luft hingen.

Verängstigte Gesichter

Wir stellten Lernpakete zusammen, führten digitalen Unterricht durch und versuchten so, den Kontakt nicht gänzlich abreißen zu lassen. Ich hatte damals eine neu gebildete Klasse übernommen, die aus all den Schülern bestand, die selbst an der Förderschule, trotz individueller Lernpläne und kleineren Klassen, nicht klarkamen und dafür sorgten, dass ihre Mitschüler nicht arbeiten konnten – und deshalb mehr Zeit vor den Klassenzimmern verbrachten als darin. Die Gruppe bestand aus zehn Jugendlichen, die durchweg mehrere Förderschwerpunkte hatten. Ihr Problem war, dass sie überhaupt keine Lust mehr auf Schule hatten. Mein Konzept war deshalb, die Freude am Lernen zu wecken und Erfolgserlebnisse zu garantieren. Gelingen sollte das mithilfe von Ausflügen, individuellen Arbeitsmethoden und einer intensiven Beziehungsarbeit. Aber dazu kam es nicht, da wir ab März alle zu Hause saßen und keiner wusste, wie lange dieser Zustand anhalten würde.

Ich kam mir sehr hilflos vor und musste zusehen, wie um mich herum der Wahnsinn ausbrach. Nach ein paar Wochen waren wir als Lehrkräfte wieder in der Schule. Ich sah in viele verängstigte Gesichter – und die ersten Masken tauchten auf. Die nächsten Wochen und Monaten standen ganz im Schatten des Narrativs und der Angstmacherei!

Maskenpflicht und Propaganda

Nach den Sommerferien kamen die Schüler wieder zur Schule, um wenig später wieder zu Hause zu sein und alles begann von vorn. Nun aber mit dem Zusatz der Maskenpflicht und der Impfpropaganda. Meine Kollegen waren ganz vorne mit dabei, ich durfte miterleben, wie im kollegialen WhatsApp-Chat die ergatterten Impftermine gefeiert wurden. Ich habe aus gesundheitlichen Gründen eine ärztliche Maskenbefreiung und diese wurde in der Schule auch akzeptiert, allerdings gab es genug argwöhnische Seitenblicke seitens der Kollegen. Die Schüler wurden zum Maskentragen verdonnert – ich umging dies so gut ich konnte, indem ich lüftete, solange dies temperaturmäßig vertretbar war und später dazu überging, Eltern zu raten, die Kids doch lieber zu Hause zu lassen – die Schulpflicht war inzwischen ausgesetzt. Das bedeutete für mich zwar mehr Fahrtwege, um die Lernmaterialien zu bringen und abzuholen, aber ich hatte ein deutlich besseres Gewissen.

Allerdings gab es auch Schüler, bei denen ich nicht vertreten konnte, sie zu Hause zu lassen, da ich wusste, dass es ihnen dort sehr schlecht ergehen würde. Dafür gab es die Notbetreuung auch der Kinder und Jugendlichen, deren Eltern sogenannte „systemrelevante“ Berufe hatten und die deshalb immer zur Schule kamen. Hier meldete ich mich freiwillig und konnte so einerseits wieder aktiv unterrichten und zeitgleich die Kids relativ entspannt durch diesen Wahnsinn bringen. Alle meine Kollegen waren dann schnell dreifach geimpft und bekamen trotzdem alle nach und nach Corona. Dennoch hinterfragten sie nichts und ich stand als Ungeimpfte immer wieder im Abseits. Aber ich war da, fehlte nie und war auch immer zur Stelle, als relativ zügig immer mehr Kollegen krank wurden und teilweise einige Tage, teilweise mehrere Wochen ausfielen.

Testwahn – Nicht alle Eltern spielten mit

Wie schon gesagt, war ich sehr froh, dass ich in Brandenburg unterrichtete und nicht in Berlin, denn dort begann relativ schnell der „Testwahn“ in der Schule, während unsere Schüler sich zu Hause testen und die Eltern das negative Ergebnis per Unterschrift bestätigen sollten. Viele Eltern handelten dabei nach dem Motto: „Papier ist geduldig“ – und sie hatten meine volle Unterstützung! Ich selbst kann behaupten, dass ich bis zum heutigen Tag ungetestet bin und darauf bin ich sehr stolz.

Aus heutiger Sicht kann ich sagen, dass meine Schüler doch relativ unbeschadet durch den Irrsinn gekommen sind. Aber auch bei uns an der Schule sind einige Jugendliche inzwischen geimpft, teilweise aus eigenem Antrieb, teils auf Drängen der Eltern und der Einrichtungen, in denen viele der Schüler leben, weil es zu Hause in der Familie nicht mehr funktionierte. Ich habe in dieser Zeit seit Februar 2020 viele Gespräche mit Eltern und Schülern geführt und auch deutlich meinen Standpunkt bezüglich der Impfung vertreten. Oft stieß ich auf Verständnis, hin und wieder auch auf Ablehnung.

Ich blieb, um die Kinder zu schützen

Man kann mir vorwerfen, dass ich meinen Beruf nicht sofort aufgegeben habe, als dieser Wahnsinn begann, ich habe intensiv darüber nachgedacht und mich dagegen entschieden. Ich wollte lieber möglichst viele Kinder und Jugendliche vor den Äußerungen und Taten meiner Kollegen schützen und ich denke, dass ich dieses Ziel erreicht habe.

Natürlich habe ich versucht, mir auch positive Erlebnisse in den zurückliegenden Monaten zu verschaffen. Viele Gespräche mit „normalen“ Leuten auf Demonstrationen und anderen Veranstaltungen haben mir Energie und Vertrauen gegeben, sodass ich weiß, dass alles gut wird, auch wenn noch ein steiniger Weg vor uns liegt.

In den letzten drei Jahren habe ich mich immer wieder für meine Kollegen fremdschämen müssen und nahezu alle Freundschaften, die ich mir in den letzten 20 Jahren in diesem Berufsfeld aufgebaut habe, sind am Corona-Narrativ zerbrochen. Das hat mich tief verletzt und auch sehr geprägt. Ich kann jeden verstehen, der auf die Lehrer und ihre geradlinige Umsetzung der Maßnahmen schimpft, aber ich kann eben auch sagen, es waren nicht alle dabei, es gab souveräne Lehrkräfte, die versucht haben, die ihnen anvertrauten Kinder und Jugendlichen zu schützen. Aber es waren leider viel zu wenige Lehrkräfte, die so gehandelt haben. Dafür kann ich im Namen meines Berufsstandes nur alle Menschen, die dadurch extrem verletzt und geschädigt worden sind, um Verzeihung bitten!