Uwe wurde aufgrund einer Maskenbefreiung ausgegrenzt und angefeindet. Hier der zweite Teil seiner Geschichte …


Im Supermarkt arbeiteten unter anderem auch drei Frauen, die nicht gerade sozial eingestellt sind. Was passiert, wenn man solchen Menschen Macht über andere gibt, konnte man in dieser Zeit gut beobachten. So wurden Freunde von mir beim Einkaufen angefahren, sie würden die Maske nicht richtig tragen, sie würden nicht genug Abstand halten und allerlei andere Dinge. Es schien den besagten Personen regelrecht Spaß zu machen, andere Menschen zu denunzieren und ihnen zu zeigen, welche Macht sie haben. All der angestaute Frust und die Wut ließen sie jetzt an  unschuldigen Menschen aus.

Schreierei und Wutausbrüche

Zu meinem Glück wohnte ich schon sehr lange in dieser Gegend und so konnte ich im Nachbarort einkaufen gehen. Dort im Supermarkt konnte ich, nachdem ich mein Attest vorgezeigt hatte, meine Lebensmittel einkaufen. Ich ging ja ohnehin nur noch dann einkaufen, wenn nicht zu viel Betrieb war, denn die bitterbösen Blicke der Menschen taten schon sehr weh. Oftmals blieb es auch nicht nur bei Blicken. Sehr oft wurde ich von Menschen regelrecht angeschrien, ich solle gefälligst meine Maske aufziehen. Da wurde nicht gegrüßt oder gesagt, “entschuldigen Sie bitte, sie haben vergessen, ihre Maske aufzuziehen.” Es wurde gleich mit Zornausbrüchen reagiert. In dieser Zeit kam wohl der wahre Charakter einiger Menschen zum Vorschein.

In einem Discounter konnte ich anfangs mit Attest einkaufen, bis mich eine der Verkäuferinnen rausgeschmissen hatte. Daraufhin habe ich mich schriftlich an die Firmenzentrale gewandt und diese hat mir eine E-Mail geschickt, dass ich selbstverständlich dort einkaufen dürfe, wenn ich ein Attest habe. Es gab also auch Firmen, die das böse Spiel nicht einfach mitspielten.

Da meine Frau einen Schwerbeschädigtenausweis hat, ist sie dringend auf ein Fahrzeug angewiesen. Nun stellte sich aber heraus, dass ich nicht mal mehr überall tanken durfte. Mir wurde buchstäblich der Zutritt zu den Tankstellen verboten. Ich musste also einige wenige Tankstellen nutzen, die mein Attest anerkannten und wo ich noch hineingehen durfte. In sämtliche anderen Tankstellen musste ich meine Frau mitnehmen und sie zum Bezahlen schicken.

Spießrutenlauf beim Tanken

Auch in meiner Lieblingstankstelle wurde ich einmal sehr heftig angeschnauzt, ich solle gefälligst eine Maske aufziehen. Kein “Entschuldigen Sie”, oder „Guten Tag“, nein, es wurde gleich mit Wut und Hass reagiert, auf die übelste Art. Das Schlimme daran war die Tatsache, dass es sich bei dieser Person um eine Frau handelte, die bei einer sozialen Einrichtung arbeitet. Ich blieb dennoch ruhig und erklärte ihr, wie schade ich es finde, dass ausgerechnet jemand, der in einem sozialen Bereich tätig ist, sich so unsozial verhalten kann.

Der Inhaber der Tankstelle fand meine Reaktion gut und wünschte sich, dass jeder so ruhig bleiben würde. Ich weiß noch genau, ich brauchte eine neue Batterie für die Funkfernbedienung meines Mercedes. Aber selbst dort in diesem teuren und noblen Autohaus durfte ich nicht in den Verkaufsraum. Wieder musste ich meine Frau alleine gehen lassen. Um es deutlich zu machen, dieser Ausstellungsraum ist wirklich groß und es arbeiten dort nur vier Leute. Also Abstand konnte wirklich nicht das Problem sein.

Mittlerweile wusste ich, wenn ich einen medizinischen Notfall hätte, dann wäre ich verloren, denn keine einzige Klinik durfte ich mehr betreten und auch gefühlt 99 Prozent aller Arztpraxen waren mir verweigert. Da meine Frau immer wieder einen Arzt braucht, war es für mich sehr heftig, wenn ich wie ein Hund draußen bleiben musste. Was, wenn ich selbst ärztliche Hilfe bräuchte? Mein Glück war, dass ich eine Ärztin hatte, die mich schon länger kannte, und so durfte ich ohne Maske in ihre Praxis und bekam meine Medikamente.

Es versteht sich von selbst, dass ich dabei immer Rücksicht auf die Angst der Menschen genommen habe. Viele handelten ja nur aus Angst – und so konnten sie keine gesunden Entscheidungen mehr treffen.


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