Im ersten Teil erzählte Anna, wie sie als Ungeimpfte die Ausgrenzung in Sport und Alltag erlebt hatte. Was sie daraus lernte und wie sie heute über ihre Mitmenschen denkt, lesen Sie hier …
Anna, 31, Hauswirtschafterin
Ich konnte mit einem negativen Test wieder am Aikido – Training teilnehmen, was ich dann für eine kurze Zeit auch regelmäßig tat. Im März 2022 verschlimmerte sich trotzdem meine Akne, obwohl ich mich nicht hatte impfen lassen. Dank Attest brauchte ich das jetzt auch nicht mehr. Aber die Monate davor hatten mich einfach zu sehr geschlaucht.
Schon bereit, Deutschland zu verlassen, wusste ich nicht, wohin – denn in fast jedem Land gab es die Corona – Maßnahmen und eine Impfpflicht, zumindest durch die Hintertür. So wie hier in Deutschland auch.
Ab März 2022 wurden einige Maßnahmen wieder gelockert und im öffentlichen Leben galt wieder die 3G-Regel. Also konnte ich negativem Test zumindest wieder ins Restaurant. Aber zum Aikido ging ich immer unregelmäßiger. Mir fehlte einfach der Antrieb. Durch die ständigen Unterbrechungen konnte ich dort keinen Anschluss mehr finden und kündigte.
“Freunde” mieden mich
In dieser Zeit habe ich viel nach Gleichgesinnten, Ungeimpften gesucht. Das hat mich sehr erleichtert, zu sehen, ich bin nicht allein. Mit vielen davon habe ich auch heute noch Kontakt. Aus meinem alten Freundeskreis sind alle geimpft, aber nur ein Freund hat meine Einstellung und Entscheidung zu dem Thema respektiert und mich während des „Lockdown für Ungeimpfte“ regelmäßig zu Hause besucht. Daran konnte ich gut erkennen, was wahre Freundschaft ist. Andere haben sich in der Zeit gar nicht mehr oder nur selten bei mir gemeldet. Für mich sind das heute keine richtigen Freunde mehr, sondern nur noch Bekannte; wir haben so gut wie nichts mehr gemeinsam.
Ich habe mich in der ganzen Zeit weiterentwickelt und andere eben nicht. Viele meiner ehemaligen Freunde haben sogar indirekt an der Ausgrenzung mitgemacht oder selbst Hetze betrieben. Sie sind im Grunde mit dafür verantwortlich, dass Menschen, die sich aus der Not heraus haben impfen lassen, weil sie die verbale und mediale Verfolgungsjagd nicht mehr ertragen konnten, heute durch die Impfung schwer krank sind – oder sogar verstorben.
Wie ein Brennglas
Der wahre Charakter vieler Menschen hat sich in den letzten drei Jahren gezeigt – sonst wäre er so klar und unverfälscht wohl nie ans Tageslicht gekommen. Corona wirkte wie ein Brennglas. Das Schlimme daran ist, dass jetzt so getan wird, als sei nichts gewesen und dass alles scheint, als wäre es wieder so wie vorher – doch das ist es nicht. Und über die Impfopfer wird weiterhin einfach geschwiegen, das macht mich fassungslos. Ich habe keine Lust mehr, mich mit einigen Leuten zu treffen, so wie früher, obwohl jetzt wieder alles möglich ist. Und ich werde auch nie mehr zu meiner Aikido–Lehrerin zurückgehen.
Stattdessen habe ich jetzt eine Sportart gefunden, die mir wirklich guttut und die mich wieder fitter und beweglicher macht, nämlich Yoga. Aikido ist nicht mehr mein Ding.
Meine neue Sicht
Auch ansonsten habe ich ganz andere Interessen und Sichtweisen als vor Corona. Ich spüre jetzt deutlicher, welche Menschen mir guttun und welche nicht. Aber das, was passiert ist, werde ich niemals vergessen, auch, wenn jetzt die letzten Maßnahmen aufgehoben wurden. Ende November 2022 hatte ich dann tatsächlich Corona. Zum ersten Mal. Ich hatte Kopf – und Gliederschmerzen mit Schüttelfrost, ein paar Tage etwas Halsschmerzen, war müde und abgeschlagen. Nach vier Tagen waren die Symptome abgeklungen.
Tatsächlich lebe ich noch und bin nicht auf der Intensivstation gelandet, wie es mir ein Arzt damals vorhergesagt hatte.
Liebe Anna, ich bin Carsten und ganz erstaunt über Deine tolle Seite mit den selbstreflektierten und sehr gut beschriebenen Kommentaren.
Ich würde Deine Seite jetzt gerne in unsere Odyssey-Gruppe geben, auch, um aus zu loten, wer da eigentlich noch zugehört, und wer nicht. Ich hatte “Lock-Up-2020” seinerzeit ja auch gegründet für “Aufgewachte”, aber nicht für Mitläufer. Zur Zeit muss sich auch innerhalb unserer Gruppe die so bittere Neuorientierung einstellen.. Liebe Grüße von Carsten 🙂
Lieber Carsten, Anna ist nicht die Betreiberin der Seite. Wer wir sind, liest du unter “Warum”. Du kannst die Seite gern empfehlen, darüber freuen wir uns natürlich. Viele grüße, Annette