Gabriele, 64, Juristin in Pension

Mein Mann und ich sind beide dreifach geimpft.  Wir sind beide 64 Jahre alt und seit 40 Jahren verheiratet.  Die Impfung geschah auf Druck der Ärzte meines chronisch kranken Mannes – diese behaupteten, ich würde ihn sonst unverantwortlich gefährden.

Unseren im März 2022 an Krebs verstorbenen, ebenfalls geimpften Schwiegervater durften wir vor allem in der terminalen Sterbephase nicht sehen; auch telefonieren ging nicht mehr, nachdem die Nieren versagten und er halluziniert hatte. Sonstigen Repressalien waren wir nicht ausgesetzt. Gleichwohl war es für die Familie ein traumatisches Erlebnis. Ich selbst, von Beruf Juristin im Staatsdienst, habe nach meiner Pensionierung 2019 ein Studium als Palliativbegleiterin absolviert. Wegen Corona konnte ich nicht in den aktiven Dienst eintreten, gleichwohl erleichterte es mir die telefonische Begleitung meines Schwiegervaters. Dass die Pflege in dieser Zeit mitunter mangelhaft war, musste ich oft wenigstens mit Tipps auffangen, und sei es nur, wie man mit einem medikamentenbedingten trockenen Mund verfährt. Offenbar kümmerte es niemanden.

Mein Mann leidet u.a. an einer sogenannten pAVK, einer chronischen Erkrankung der Arterien, insbesondere, aber nicht nur des Beckens und der Beine. Nachdem er starke Schmerzen hatte und nicht einmal mehr zum Kochen stehen und nur wenige Meter gehen konnte, ermöglichte ihm seine Kardiologin einen Termin bei einem Gefäßspezialisten in einem Krankenhaus. Dieser stellte fest, dass die Schmerzen nicht von der pAVK herrühren würden, den Schmerzen weiter nachgegangen werden müsse und dass derzeit keine weiteren Interventionen erforderlich seien. Das war an einem Donnerstag am 10. November 2022. Am darauffolgenden Freitag schleifte ich meinen Mann zum Hausarzt, der ihn dringlich in das örtliche Krankenhaus einwies. Dieses verlegt ihn mit Sondersignal am selben Abend in die Uniklinik, wo er operiert wurde.

Ohne Test kein Arztgespräch

Er hatte ein lebensgefährliches, blutendes Magengeschwür.
Er selbst und ich hatten darum gebeten, dass ich an dem Arztgespräch teilnehmen dürfe, weil er von starken Schmerzen geplagt, kaum in Stande war, genaue Auskunft über seinen Gesundheitszustand zu geben.  Das wurde uns unter Hinweis auf meinen fehlenden Schnelltest verwehrt. Wir hatten keine Ahnung, dass dies für eine ambulante Untersuchung erforderlich war. Einen Test vor Ort durchzuführen, wurde ebenfalls verwehrt.  Ein Telefonat mit dem Chefarztsekretariat, an dem ich wichtige Informationen weitergeben wollte, wurde ebenfalls abgewehrt.

Ergo: erst am nächsten Morgen, an dem ich die prekäre Situation, entgegen der – recht teuren – Beschreibung des ärztlichen Spezialisten, selbst einschätzen musste, der Hausarzt und die Notaufnahme des örtlichen Krankenhauses meine wichtigen Informationen – mit oder ohne Test- nicht abwehrten, wurde die lebensgefährliche Situation richtig eingeschätzt. Mit notfallmäßigen zwei OPs und mehreren Blutkonzentraten überlebte mein Mann.

Auch Geimpfte werden geleimt

Er selbst wurde übrigens erst später getestet, dafür mehrfach an einem Tag. Das kostet einen privat Versicherten pro Test ca. 150 EUR. Ein teures Vergnügen. Man sieht: der Irrsinn trifft nicht nur die Ungeimpften, es trifft auch die -manchmal getriebenen- Geimpften. Und dies in der späten Phase der sogenannten Coronazeit, bei der ein Test wichtiger ist als das Erkennen einer lebensgefährlichen Erkrankung.

Mein Mann musste nach den oben erwähnten OPs noch mehrfach tatsächlich wegen seine pAVK in der Uniklinik operiert werden. Jedes Mal, wenn ich ihn besuche, muss ich einen Test am dortigen Testzentrum absolvieren. Das kostet, soweit ich informiert bin, jedes Mal 8 EUR. Ich habe in all den Wochen nie erlebt, dass ein Test anders ausfiel als negativ. Ein Mitarbeiter dort erzählte unter vorgehaltener Hand, das wundere ihn nicht, so wie der Test durchgeführt werde, sei er jedes Mal negativ. Das ist eine Zumutung für die gesetzliche Krankenversicherung, eine Cash Cow für das Testzentrum – und verhindert wird damit genau gar nichts.

Warum ich das alles schildere? Ich möchte aufzeigen, dass auch Geimpfte, salopp gesagt, geleimt wurden. Und sie werden es noch heute – selbst unter Gefahr einer lebensgefährlichen Erkrankung.
Eine Anfrage per E-Mail an erstgenanntes Krankenhaus mit vordergründig richtiger, aber gefährlich mangelhafter Diagnose blieb übrigens unbeantwortet.


Hier können Sie uns unterstützen: