Uwe, 53, arbeitsunfähig
Was anfangs noch so klang, als wäre es nach ein paar Wochen erledigt, wurde sehr schnell zu einem Albtraum für viele Menschen und hat sehr viel Leid und Elend gebracht. Ich selbst leide an einer Rosazea, was eine chronisch-entzündliche Erkrankung der Gesichtshaut ist. Symptome sind Rötungen im Gesicht, manchmal Gefäß-Erweiterungen, Knötchen und Gewebe-Neubildungen. Auch Juckreiz und Schmerzen gehören dazu – das wünsche ich wirklich niemandem.
Als abzusehen war, dass Corona etwas Langfristiges werden sollte, wusste ich, ich würde ein Attest brauchen und es würde sicher nicht einfach werden, normal weiterzuleben. So ging ich dann zu meinem Hausarzt, denn ich brauchte dieses Attest – eine Maske zu tragen wäre für mich auf die Dauer einfach nicht machbar. In Anbetracht der Symptome dachte ich eigentlich, das wäre kein Problem.
Kein Attest trotz Hautkrankheit
Falsch gedacht, denn mein Hausarzt sagte, so ein Attest könne er nicht ausstellen und ich sollte mich doch direkt an das Gesundheitsamt wenden. Dort wurde natürlich jedes Gespräch in diese Richtung abgeblockt. So musste ich wirklich nach einem Arzt suchen, der mir dieses Attest ausstellen würde. Obwohl jeder sofort sehen konnte, dass meine Nase wirklich nicht so gesund aussieht und es für mich einfach nicht machbar ist, eine Maske zu tragen.
Mich belastete zudem noch ein Kindheitstrauma. Ich wurde als Fünfjähriger zwangsernährt, und zwar auf die alte Weise. Das heißt, ich wurde festgeschnallt, jemand hielt mir die Nase zu, um mir einen Schlauch in den Hals zu schieben! Sie alle trugen Masken. Plötzlich waren die Horrorbilder von damals wieder da. Das ist etwas, was ich nie ganz überwinden und verarbeiten konnte. Wie schlimm es heute für mich ist, wenn ich lauter Menschen sehe, die eine Maske tragen, das kann ich nicht in Worten ausdrücken. Am Ende hatte ich aber Glück und fand auch einen neuen Hausarzt, der mir ein Attest ausstellte.
Hausverbot im Supermarkt
Die meisten Ärzte hatten sich dem System offensichtlich bedingungslos untergeordnet. Es ging jetzt nicht mehr um die Gesundheit des Menschen, sondern darum, was das System vorschreibt. Aber was nützt einem schon ein Attest, wenn man trotzdem nicht mal in die Lebensmittelgeschäfte durfte? Unser Supermarkt im Ort verbot mir den Zutritt zum Geschäft unter der fadenscheinigen Begründung, sie würden von ihrem Hausrecht Gebrauch machen. Also konnte ich keine Lebensmittel kaufen und auch keine Getränke.
Früher bekamen doch nur Ladendiebe Hausverbot, und jetzt bekam ich es. Nichts hatte ich mir in all den Jahren zuschulden kommen lassen und niemals war ich unfreundlich gewesen. Dennoch wurde ich plötzlich ausgeschlossen. Aber das war noch lange nicht alles … Da auch die Poststelle in diesem Supermarkt war, konnte ich nicht mal mehr Päckchen abholen oder andere Dinge auf der Post erledigen. Es wurde mir einfach verweigert. Ein Anruf bei der Post brachte nur das Ergebnis, dass ich jederzeit mit einem Attest auf die Hauptpost kommen dürfte.
Das sind ja nur 25 km hin und 25 km wieder zurück!
Im zweiten Teil lesen Sie in Kürze, was Uwe weiter mit seinen Mitmenschen erleben musste – und wie er über Denunzianten denkt …
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