Beatrix, 42, erwerbsunfähig
Ich leide seit über zehn Jahren an Depressionen. Aufgrund drohender Arbeitslosigkeit verschlechterte sich mein Zustand im Winter 2019/2020. Und da ich seit über 10 Jahren in psychischer Behandlung war, darunter auch drei Klinikaufenthalte, ging ich erneut zu meiner Hausärztin, die mich Anfang 2020 als Notfall in die Klinik und die Psychiatrie überwies.
Ich hatte bereits einen Termin für Ende Februar 2020 vereinbart, der aber wegen falscher Eintragung im Terminkalender der Institutsambulanz auf Ende März 2020 verschoben werden musste. Für mich war schon diese Terminverschiebung anstrengend, da der Tag der Arbeitslosigkeit immer näher rückte.
Depression und keine Hilfe
Am 18.03.2020, also einen Tag vor dem Termin mit der Psychiaterin, erhielt ich einen Anruf der Institutsambulanz mit dem Hinweis „der Termin wird ersatzlos gestrichen“. Ich wollte die Ärztin sprechen und wurde verbunden. Ich trug ihr vor, wie verzweifelt meine Situation ist und dass ich dringend Hilfe brauche. Sie winkte ab und erklärte, dass alle Termine wegen des Lockdowns abgesagt würden. Auch die Klinik würde geschlossen. Ich möchte hier nicht erläutern, wie sich meine Depression anschließend verschlimmerte. Ich erhielt weder einen Hinweis auf einen Ersatztermin noch andere Hilfe. Aufgrund meiner Krankheit war ich nicht mal in der Lage, die Telefonseelsorge anzurufen.
Ein Jahr später stellte ich selber fest, dass ich verwahrloste. Auch der Missbrauch, den ich mit etwa neun Jahren durch meinen eigenen Bruder erlebte, wurde mir während der Isolation im Lockdown wieder bewusst. Nach der Terminabsage nahm ich meine Wohnungskatzen und zog mit ihnen um in meinen Pferdestall, in dem ich mir ein Zimmer einrichtete, wo ich dann lebte oder vielmehr hauste. In dieser Zeit der Arbeitslosigkeit war ein persönliches Gespräch nicht möglich und niemand bemerkte, wie ich immer mehr „im Dreck versank“.
Mit letzter Kraft
Erst nach der erschreckenden Feststellung der Verwahrlosung traute ich mich erneut, meine Hausärztin aufzusuchen. Das Entsetzen war ihr anzusehen. Auch meine Post las ich nicht mehr: Mein Briefkasten lief über und Rechnungen stapelten sich. Eine erneute Überweisung für die Institutsambulanz und Klinik wurde ausgestellt. Nun konnte ich wieder meine Psychiaterin aufsuchen und auch ihr erklärte ich die augenblickliche Situation. Ich erhielt alle vier Wochen Termine, Antidepressiva und ein weiteres Medikament. Aufgrund der Medikamente sollte ich jetzt quartalsweise zur Untersuchung mit EKG und Blutbild, was meine Hausärztin übernahm.
Während der psychischen Behandlung suchten wir nach Lösungen. Die Tagesklinik nahm ich nicht nochmal in Anspruch, dafür eine Behandlung in der Traumaklinik wegen meiner posttraumatischen Belastungsstörung, und ich ging in eine soziale Gruppe …
Keine Behandlung ohne Test
Bei einem ersten Gespräch im Mai 2021 in der Traumaklinik kam eine Mitarbeiterin gleich mit einem Thermometer auf mich zu, was mich erschreckte. Eine Behandlung fand nicht statt, da die Klinik umzog. Zwei weitere Krankenhäuser boten Behandlungen bzw. Beratungsgespräche an. Auch hier vereinbarte ich Termine. Als ich dann morgens bei einer der Kliniken anrief, um zu erfahren, ob ein Test benötigt würde, wurde mir dieses bestätigt. Ich sagte deshalb ab. Die andere Klinik sagte selbst ab, wegen des Ahrtalunglücks.
In der Institutsambulanz erhielt ich dann ein Beratungsgespräch bei der sozialen Gruppe. Ich saß in einem Raum an einem Tisch und wartete auf die Sozialarbeiterin. Als sie kam, legte sie ein Blatt auf den Tisch und fragte, ob ich gegen Covid geimpft sei. Ich verneinte und bemerkte, dass ich auch nicht getestet sei. Panisch zog sie sofort eine Plexiglasscheibe zwischen uns. Nach dem Beratungsgespräch fragte sie mich noch, ob ich Kontakt zu einem Erkrankten hatte. Ich verneinte, da ich ja isoliert von der Außenwelt im Stall lebte. Sie schob den Zettel zu mir rüber, dass ich das bitte schriftlich bestätigen solle.
Die Psychiaterin schickte mich weg
November 2021 begann meine Psychiaterin eine Diskussion wegen einer Grippeschutzimpfung, die ich noch nie erhalten habe. Daraufhin fragte sie, ob ich gegen Covid geimpft sei. Auch das verneinte ich. Sie erschrak förmlich und wurde sehr verärgert. Da sie keine weitere Diskussion mehr führen wollte, zog sie es vor, diese meiner Hausärztin zu überlassen und vermerkte die „fehlenden Impfungen“ auf der Überweisung für EKG und Blutabnahme. Die „Diskussion“ mit der Hausärztin war in zwei Minuten geklärt. Allerdings nicht mit meiner Psychiaterin. Diese sollte später fortgeführt werden.
Nach knapp 1,5 Jahren Behandlung stand eine Reha in einer Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie an. Der Termin für die Aufnahme war Mitte Oktober 2022. Hier trat bei den Vorbereitungsbögen der Klinik die Frage nach Covid-Impfung auf. Auch hier verneinte ich, woraufhin man mir einen 2-zweiseitigen Fragebogen vorlegte, der eine komplette Gesundheitsauskunft über mich enthielt. Die letzte Frage lautete: „Aus welchem Grund haben Sie sich bisher nicht impfen lassen?“. Auch eine weitere Liste über Temperatur, Befinden und Kontakten zu Erkrankten sollte ich ausfüllen und unterschreiben. Ich sagte die Reha telefonisch ab.
Das niederschmetternde Ende
Anschließend fuhr ich zu meiner Hausärztin, da ich ihr von der Reha-Absage berichten wollte. Ich stand vor der Eingangstür, an der ein großer Zettel mit der Aufschrift hing: „Ab 01.10.2022 Zutritt nur noch mit FFP2-Maske“. Mein letztes Krankengeld erhielt ich Mitte September, sodass ich nur noch 35 Cent in der Tasche hatte und eine medizinische Maske in der Hand hielt. Ich drehte mich um und ging. Eine weitere ärztliche Behandlung fand nicht mehr statt.
Ein ärztliches Gutachten folgte dann im Zuge der Arbeitslosigkeit durch den medizinischen Dienst Mitte Dezember 2022. Das Ergebnis: Antrag auf Rente wegen Vollerwerbsunfähigkeit.
Sie haben Mut und Kraft bewiesen in einer wirklich schlimmen Zeit und dass obendrein bei einer so schweren Krankheit.
Es sagt viel aus über das Personal wie mit ihnen umgegangen wurde – menschlich kann man das nicht nennen.
Alles Gute für sie und ihre seelische Gesundheit – bleiben sie weiterhin so stark!
Heinz
Das mit dieser Staubschutzmaske da (FFFFp2 – oder so !?), ignorierte ich von Anfang an komplett, und bin da einfach weiterhin mit so ´ner OP-Maske aufgelaufen. Beim Zahnarzt, bei meinem Kieferchirurgen, und im Krankenhaus (HNO-Ambulanz wegen Desensibilisierung).
Ich hab es auf eine Diskussion ankommen lassen („Sie haben die falsche Maske auf…” oder sowas). Habe natürlich auch schon so meine Argumente und Haltung “im Halfter gehabt”.
Es hat kein Arzt, keine Krankenschwester (oder Bruder, oder Brüderinneninenen**), Medizinisch-technische Assistentininneninenin** (oder außen !) Lust gehabt es zu versuchen !
Dies mit dieser Staubmaske war nur noch so eine WEITERE Gehorsamskonditionierungsmaßname, bei der sie noch dünnere Legitimationsgrundlagen hatten, als mit dieser OP-Maske.
Tja, die haben diesen Spruch „Bitte bleiben Sie gesund !!!!!” schon nich so umsonst aufgesagt… :-/
Aber jetzt sind Sie ja wohl bald von dieser Gesellschaft “ausgesundet” ! 🙂
Meinen Glückwunsch !!