Der gefährliche Kugelschreiber

Robert, 58, Unternehmensberater

Wer – wie ich – nur wenige Kontakte pflegt, hat es scheinbar leichter in diesen Tagen: Die Anzahl der maximal zu ertragenden Enttäuschungen ist kleiner. Doch dieser Schein trügt – auch rein rechnerisch. Es ist schließlich ein Unterschied, ob mir drei Hundertstel die Freundschaft aufkündigen oder drei Zehntel. Im zuerst genannten Fall ist es noch erträglich. Aber drei von zehn Leuten … ich bitte Sie! Das ist schon richtig viel.

Und das alles nur wegen so einem Ding, das “Virus” genannt wird. Eine abstrakte Gefahr, von der die allermeisten nicht betroffen sind: Im Alltag blieb das Virus meist völlig unbemerkt. Man kann es auch nicht anfassen oder sehen. Und doch ist plötzlich alles ganz gefährlich: jede Begegnung im Alltag, jeder Kontakt, einfach alles. Sogar in der Postfiliale wurde mir die leihweise Überlassung eines Kugelschreibers, um den ich höflich bat, barsch verwehrt. Er könne ja Viren übertragen. Ich wünschte, die Erfindung des Kugelschreibers wäre uns erspart geblieben: Das Leben wäre so viel ungefährlicher.

Meine Nachbarn, deren Hochzeit ich miterleben durfte, deren Kind ich aufwachsen sah, mit denen ich seit über 20 Jahren gut befreundet bin, kommen ohne Kugelschreiber aus: Im Treppenhaus tragen sie weisungsgemäß die Maske, die unten an der Haustür schnell wieder abgelegt wird. Wer braucht schon einen Kugelschreiber, wenn die Maske richtig sitzt?

Mit dieser Freundschaft, die wohl nie eine war, ist es jetzt vorbei. Sie luden mich ein zum Geburtstag ihrer Tochter. Und sie luden mich zwei Tage später wieder aus: “Ach weißt Du, es ist nicht deinetwegen. Aber die anderen könnten denken, Du wärst an Corona erkrankt. Mit unserer Tochter würde dann keiner mehr spielen.” Das haben die wirklich genau so formuliert. Kontaktlos natürlich. Weil, das ist weniger gefährlich. Also blieb ich zu Hause. Um die Tochter zu schützen.

Irgendwann kam dann, nach Wochen, wieder ein Anruf von nebenan: “Wir trinken nachher noch etwas. Willst Du nicht vorbeikommen?” Wie befreiend es doch war, dieses “Leckt mich am Arsch”, das ich in den Telefonhörer rief. Im Treppenhaus gehen wir heute grußlos aneinander vorbei. Eine Maske habe ich bis heute nie getragen, den Kugelschreiber aber immer dabei. Noch nie war ich so sicher wie hier, das Richtige getan zu haben.


„Coronaleugnerin!“ – Diffamiert und abgestempelt

Maike, 52, Verwaltungsangestellte

Ich bin Anfang 2020 aufgewacht, als ich die Ungereimtheiten hinterfragt habe. Da waren z.B. die unsinnige Maskenpflicht, das Kontaktverbot und das ständige Desinfizieren der Hände. Und ich war nicht die Einzige in meinem Freundeskreis, der das seltsam vorkam.
Gemeinsam mit einem guten Freund fuhr ich also am 01.08.2020 zur Großdemo nach Berlin. Was wir dort erlebt haben, war schockierend: Die Polizei hat viele der friedlichen Teilnehmer brutal verprügelt. Wir wurden quer durch die Stadt gejagt. Dasselbe Szenario geschah auch so am 29.08.2020. Ich konnte es nicht fassen – das Vertrauen in diesen Rechtsstaat habe ich komplett verloren.

Ebenso verloren hatte ich meinen Bruder, mit dem ich zuvor immer ein gutes Verhältnis hatte. Er fand heraus, dass ich bei den Demos gewesen bin, weil sich meine Mutter verplappert hatte. Ich war ab dann nur noch die Coronaleugnerin, Aluhutträgerin usw. Er machte mich bei der gesamten Familie schlecht. Zu meiner Mutter hat er den Kontakt abgebrochen, weil sie sich nicht impfen lassen wollte. Angeblich durch meinen schlechten Einfluss.
Da ich nicht geimpft bin, durfte ich meinen Arbeitsplatz nur getestet betreten. Jeden Tag dieser Stress, Termine beim Testzentrum buchen zu müssen … ich hielt es nicht mehr aus und begab mich ins Homeoffice.
Durch diesen Druck, Stress, die Diskriminierungen und Diskreditierungen anderer Menschen bin ich psychisch erkrankt und musste eine Zeit in der Psychiatrie verbringen, da ich einen Nervenzusammenbruch hatte. Ein Erprobungswochenende zu Hause zu verbringen, wie all die anderen es durften, wurde mir, als ungeimpfter Patientin, verwehrt.
Es war eine grausame und menschenverachtende Zeit!


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